Mittwoch, 19. März 2014

Hat sich der Aufwand gelohnt? - Blumen auf hellem Grund

Blumen auf hellem Grund

Seit  zwei Jahren gehört dieses zweiteilige Kleid zu meinem Bestand - und wurde bisher kaum getragen.
In den letzten Wochen habe ich mich gefragt, was ich damit machen soll: verschenken? in den Kleidersack stecken? Eigentlich zu schade, oder?
Warum war ich unzufrieden? Der Rock passte nicht optimal, er war in der Taille zu weit. Und leider ist der Rock auch noch ungleichgewichtig. Durch die Wickeloptik und die Drapierung in der Taille befindet sich auf der Vorderseite viel mehr Stoff als auf der Rückseite. Der Rock hat also vorn mehr Gewicht, das ihn nach unten zieht. Von der Seite betrachtet wäre der Saum vorn länger als hinten.
Ich habe mich dazu entschieden, den Rock zu ändern damit er in der Taille und dadurch auch am Saum gut sitzt. Das Ergebnis seht Ihr hier:



Trotz des "Übergewichts" an Stoff im Vorderteil sitzt der Rock jetzt wie er soll. Ich habe in die Änderung viel Arbeit gesteckt, doch ich meine, es hat sich gelohnt. Dieses zweiteilige Kleid werde ich im Frühjahr und Sommer öfter tragen.
Übrigens finde ich, dass der über die Schultern drapierte Pulli farblich gut dazu passt.



Zweiteiliges Kleid von Basler (2012) aus Viscose-Jersey mit Elasthan.

Der Hohlkreuz-Effekt

Ich finde, dass es grundsätzlich ein unerwünschter Effekt ist, wenn Rock oder Kleid vorn länger ist als auf der Rückseite. Damit kann der Eindruck eines Hohlkreuzes entstehen oder ein vorhandenes Hohlkreuz noch betont werden. Besonders fällt es bei Frauen auf, die um den Po herum üppig ausgestattet sind. Manchmal sehe ich Rocksäume, die z. B. hinten die Kniekehlen frei geben und an der Vorderseite kniebedeckend sind. Schade, die Wirkung eines schönen Kleids wird dadurch zunichte gemacht. Dabei ist es nicht so schwierig, diesen unerwünschten Effekt zu beheben. Mit einem Rockabrunder kann eine gleichmäßige Länge markiert werden und das Umnähen ist oft garnicht so schwierig. Eine Änderungsschneiderei bietet dazu auch gern ihre Dienste an.
Sehr positiv aufgefallen sind mir die Kleider von kingsizequeens, die ursprünglich für Tine Wittler entworfen wurden. In den technischen Zeichnungen sieht man, dass der Saum nach hinten leicht verlängert ist - das ist sehr wirkungsvoll gegen den Hohlkreuz-Effekt.

Kommentare:

  1. Die Arbeit hat sich definitiv gelohnt! Das mit den Saumlängen ist ein großes Problem bei den sogenannten 'Übergrößen'. (Ich hasse dieses Wort!). Bei mir ist vorne mehr und deshalb fehlt es mir oft an vorderer Länge. Bei Damen mit ausgeprägtem Hüft- und Popopolster fehlt es dann hinten. Letzthin hatte ich mehrere Kleider bei Dorothy Perkins bestellt, musste ich alle zurückschicken, die Taille hing mir vorne kurz unterm Busen, ohne dass es Empireschnitte waren. Bei meinen eigenen und bei Fertig- Schnitten kann ich eine FBA (full bust adjustment) durchführen, was sich auch auf die vordere Länge auswirkt. Die Konfektion kann leider den verschiedenen Figurtypen kaum gerecht werden.
    Ich wünsch Dir einen schönen Tag!
    Elke

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  2. Liebe Elke,
    ich hatte auch vor 3 oder 4 Wochen mehrere Teile bei Dorothy Perkins bestellt und musste leider auch alles zurück schicken. Irgend wann siegt die Schwerkraft, auch wenn man sich recht lange dagegen gestemmt hat. Ich müsste den Brustpunkt nach unten verlegen. Bei Konfektion hat man dazu eigentlich kaum eine Chance. An einem Burda-Schnitt ist mir das schon einmal gelungen. Vielleicht versuche ich es noch einmal, einen Schnitt habe ich schon im Auge (Burda 6947).
    Liebe Grüße
    Neumon

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  3. Liebe Neumon,
    das müsste bei diesem Schnitt gut machbar sein, hab ihn mir grad angeschaut. Weißt Du, wie man es machen muss?
    Liebe Grüße
    Elke

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  4. Liebe Elke,
    ich habe mir das so vorgestellt:
    ich muss mit der Schulter beginnen. Da ich stark abfallende Schultern habe, werde ich wohl auch die Schulter im Schnitt um 1 - 1,5 cm abfallen lassen.
    Den Armausschnitt muss ich dann entsprechend nach unten verlagern.
    Dann meinen Brustpunkt von der höchsten Stelle der Schulter messen und auf den Schnitt übertragen. Die Brustabnäher muss ich dann parallel verschieben.
    Dann muss ich noch den Längsabnäher verkürzen.
    Was meinst Du? Würdest Du es auch so machen?
    Liebe Grüße
    Neumon

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  5. Perfekt! Genauso würde ich es auch machen. Dann viel Spaß damit! Und das Endprodukt wird dann hoffentlich hier zu sehen sein?
    Liebe Grüße
    Elke

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