Donnerstag, 11. September 2014

UFO entdeckt

UFOs

UFOs habe ich schon einige entdeckt - im Netz und in meinem Keller. Im Netz fand ich diesen Begriff für handgearbeitete, aber nicht fertiggestellte Kleidung - unfertige Objekte also. Bei mir fand ich sie im Keller. Ich nenne sie UVOs, die Unvollendeten - oder UFOs, ebenfalls die Unfollendeten (aua!).

Recycling: aus dem Ufo wurde diese Strickjacke
Der doppellagige Seidenrock stammt von Wrap, London

So entdeckte ich vor einigen Wochen Vorder- und Rückenteil samt einem bis zur Armkugel gestrickten Ärmel. Diese Teile, ein weiterer angefangener Pullover sowie einige Wollpakete schlummerten dort seit etwa 20 Jahren. Seit dieser Zeit habe ich allenfalls einige Kinderjäckchen bzw. Kinderpullover gestrickt, aber nichts mehr für mich.
Nun habe ich mir vorgenommen, meine vor langem angelegten Stoff- und Garnvorräte zu verwerten. Für eine Kiste mit Wollresten will ich noch Abnehmer finden, die im Rahmen von "Urban Knitting" im Herbst unsere Innenstadt bestricken.
Die beiden Teile des UFOs, gestrickt aus Austermann Rosetta Mohair-Garn (50 % Mohair, 50% Polyamid), habe ich zusammengeheftet und anprobiert. Gepasst hätte der Pullover wohl, aber .... meine Haut ist seither anscheinend viel empfindlicher geworden. Jedenfalls hat das Gestrick gekitzelt und gekribbelt und geschmeichelt und geschmirgelt.  Als Pullover direkt auf der Haut hätte ich das Teil nicht (er-)tragen können. Als ich auch noch feststellte, dass sich mein Strickbild mittlerweile verändert hat, habe ich mich entschlossen, alles aufzuziehen und das Garn zu einer Jacke zu verarbeiten.
Nun ist Mohair-Garn zum Aufziehen nicht unbedingt geeignet, es verklettet stark und beim erneuten Stricken entsteht ein Bouclé-Effekt. Sei's drum, das Garn hat mich seinerzeit begeistert und es ist eine Jacke entstanden, die warm wie ein Pelz ist - ideal für kalte Herbsttage. Ich habe die Form bewußt weit gestrickt, damit nicht nur ein dünnes T-Shirt darunter passt, sondern auch ein langärmliger Pulli.
























 Kuschelig und warm wie ein Pelz



Die Jacke ist in einem einfachen Lochmuster gestrickt. Auf den Fotos nicht so gut zu erkennen: die Farbe ist ein ganz zartes rosa.
Die  4 Teile sind konventionell von unten gestickt und wurden zusammen genäht. Die Blenden an den Vorderteilen sind angestrickt, die linken Seiten des Rands zeigen nach außen. Hierbei habe ich mehrere Varianten ausprobiert. Eine Alternative wäre noch ein Häkelrand mit "Mäusezähnchen" gewesen.

Ein Blick auf die Details



Die Jacke hat keinen Verschluss, weil ich Strickjacken meist offen trage oder höchstens den obersten Knopf schließe. Dazu könnte ich innen ein kleines Knöpfchen annähen und auf der Gegenseite eine Schlinge häkeln. Die Optik soll jedenfalls verschlusslos sein.




Da ich noch einige Knäuel unverstricktes Garn übrig hatte, wurden diese für die Vorderteile verstrickt. Das Strickbild ist recht ebenmäßig (linkes Foto). Für Rückenteil und Ärmel habe ich aufgezogenes Garn verwendet. Der Bouclé-Effekt ist erkennbar (rechtes Foto).
Ich bin gespannt, wie das Strickbild nach der Wäsche aussehen wird.


Und weil ich an der Jacke in den letzten Wochen so fleißig genadelt habe, lasse ich es RUMSen.
Was andere Bloggerinnen für sich erstellt haben, ist hier zu finden und auch hier beim MSBDS-Finale.
Für das Strickjacken-Finale stelle ich noch ein paar Tragefotos ein:

























Die Jacke kommt bei mir häufig zum Einsatz - zum selbst genähten Streifen-Stufen-Rock wie auch zum Rock aus Seiden-Organza.

Kommentare:

  1. Wow, Respekt! Mohairgarn aufribbeln, da ziehe ich meinen virtuellen Hut vor Dir, ich glaube, meins wäre in die Tonne gewandert. Mochte ich früher auch gerne, dieses Garn, aber heutzutage könnte ich es auch nicht mehr tragen.
    Steht Dir aber sehr gut, bin gespannt, wie sich das Garn bei der Wäsche verhält.
    LG Petra

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  2. Das ist so schön :) Die Farbe passt dir richtig! :)

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