Sonntag, 19. Oktober 2014

Mantelparade

Bestandsaufnahme meiner Mäntel und Jacken

Bei den recht  milden Temperaturen der letzten Tage bin ich gern noch in Pullover, Strickjacke oder Twinset unterwegs und vermeide warme Mäntel und Jacken. Aber ein Witterungsumschwung kann bald kommen und darauf will ich vorbereitet sein. Eine Bestandsaufnahme meiner Jacken und Mäntel ist daher notwendig.

Was bisher niemandem aufgefallen ist: seit ich angefangen habe zu bloggen, bin ich geschrumpft.
Mein bordeauxroter Mantel (oder ist die Farbe beere?) z. B., den ich mir letztes Jahr gegönnt habe ... Nun, schaut selbst ...

Zu meinen Anproben trage ich unter allen Jacken und Mänteln ein typisches Outfit für Spätherbst und Winter, nämlich Rock und Pulli.

Schwarzer 8-Bahnenrock aus Schurwolle von Hirsch, Kaschmirpulli von Karstadt, Ledergürtel von Hammer und meine derzeitigen Lieblingspumps von Deichmann.

Links zeige ich jeweils ein Foto, wie Jacke/Mantel im Herbst-/ Winter 2013/2014 an mir ausgesehen und gepasst haben. Rechts sind die aktuellen Fotos (vom 18.10.2014) zu sehen. Wie passen mir die Teile jetzt?

Jacke aus gefilzter Wolle 

Die Jacke sitzt jetzt (noch) lockerer, aber ich finde, die Weite geht noch. Die Ärmel könnte ich kürzen. Der schwarze Rock gefällt mir besser dazu als der helle, aber darum geht es im Moment nicht.




























Das Cape

zeige ich nur der Vollständigkeit halber, denn nichts ist toleranter bei Figurschwankungen als ein Cape.




Und weil ich das Cape so mag, gibt es weitere aktuelle Fotos:


























Kurzmantel in petrol

In diesen Mantel habe ich mich letztes Jahr wegen seiner Farbe und der Kragenform verliebt. In diesem Jahr sitzt der Mantel sehr locker, ich werde ihn aber ohne Änderungen tragen.
Kaufen würde ich mir diesen Mantel nicht mehr. Warum? Einige der Patches sind aus sehr dünnem Stoff. Sie sind darunter jedoch nicht mit Fleece oder anderem wärmerem Material unterlegt, sondern darunter befindet sich nur normales, dünnes Futter - der Mantel wäre also für Minusgrade nicht tauglich. Beim letztjährigen milden Winter war das egal, aber wer weiß, wie der kommende Winter wird?


Den total verspielten Mary Poppins-Mantel

habe ich Anfang dieses Jahres im Sale erstanden. Er sitzt jetzt sehr locker, aber daran werde ich dieses Jahr nichts ändern. Fürs Stylen merke ich mir, dass ein längerer Rock, der mit dem Saum des Mantels endet, m. E. besser dazu aussieht.




























Maximantel

Letztes Jahr um diese Zeit passte dieser Mantel überhaupt nicht - die Ärmel waren zu eng und zwischen den Vorderteilen klaffte eine Lücke. An Zuknöpfen war garnicht zu denken. Dann im April dieses Jahres die Riesenüberraschung: der Mantel passte wieder. Jetzt sitzt er bequem.



Als ich mir den Mantel vor vielen Jahren kaufte, freute ich mich sehr über seine figurschmeichelnde Silhouette. Und jetzt freue ich mich, dass ich eine Alternative zu all den Kurzmänteln in den Geschäften habe. Natürlich hätte er mir in z. B. silbergrau noch besser gefallen, aber es gab ihn eben nur in schwarz.

Routinierte Näherinnen werden jetzt mitleidig lächeln. Taillierter Schnitt? Individuelle Farbe? Persönliche Wunschlänge? Spezielle Kragenform? Raffinierte Details? Für sie kein Problem. Ich habe wirklich Achtung vor den Frauen, die derzeit an ihren persönlichen Traummänteln arbeiten und verfolge die Fortschritte mit Spannung.



Kommen wir zum letzten Teil meiner Mantelparade:

der bordeauxrote Blazermantel

Diesen Mantel habe ich mir letztes Jahr zugelegt. Es hat mir Spaß gemacht, mich damit komplett in bordeaux zu kleiden. Der Mantel saß damals so, dass auch ein Blazer bzw. ein Kostüm darunter gepasst hätte.
Und dieses Jahr? Au weia ... was hängt denn da so traurig an mir herab? Satz mit x "auf"! Hilfe, ich ersauf'!





Was tun mit dem Mantel? Den Versuch, ihn selbst zu ändern, wage ich nicht. Ich scheue mich vor dem Auftrennen der Seiten- und Teilungsnähte. Zuvor müsste ich erst das Futter öffnen. Und dann sitzen auf den Teilungsnähten noch die Pattentaschen. Nee, nee, das kann mir nicht gelingen.
Zur Änderungsschneiderei bringen? Wenn der Änderungsschneider es gut macht, müsste auch er viel auftrennen, und hätte auch das Problem mit den Taschen. Dann wird es teuer. Und nur seitlich abnähen? Das wäre Murks.
Aus dieser Erkenntnis habe ich gelernt: sollte ich jemals einen Mantel selbst nähen wollen, bekäme er Taschen in den Teilungsnähten.

Ich werde den Mantel also aussortieren.

Meine Lösung war, den Mantel nochmals zu bestellen, denn er ist auch dieses Jahr wieder im Sortiment.
(Ich weiß, ich weiß, das ist ziemlich fantasielos, aber wie häufig werden schon farbige Wollmäntel angeboten?)
Ganz optimistisch habe ich ihn gleich 2 Größen kleiner bestellt. Der passte eigentlich auch. Eigentlich - war er aber über der OW etwas knapp. Also habe ich ihn wieder zurückgeschickt und nun nur eine Nr kleiner geordert. Das sieht nun so aus - auch der neue Mantel sitzt wieder sehr locker.

Ich hätte beide Größen gleichzeitig bestellen sollen und dann vergleichen.

Zum guten Schluss das Resumee meiner Bestandsaufnahme:
  • Ich muss diesen Winter nicht frieren.
  • Ich habe auch in diesem Winter noch Wollmäntel und muss nicht zwangsläufig zum Anorak (genannt "Steppjacke" oder "Steppmantel") greifen. 
  • Ich kann auch weiterhin etwas Farbe in den Alltag tragen.
Routinierte Näherinnen werden ihren Spaß an diesem Beitrag habe, habe ich ihnen doch gezeigt, wie privilegiert sie sind, Passform, Schnitt, Farbe, Länge und Details selbst bestimmen zu können.

Und nun sinniere ich, wie mein ganz persönlicher Traummantel eigentlich aussehen würde.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen