Mittwoch, 15. Oktober 2014

Mollig warmer Oktoberpullover

Für Herbstspaziergänge habe ich einen weit geschnittenen Pullover, der so mollig warm ist, dass ich dazu keine Jacke brauche. In dieser Jahreszeit ist er mit seiner Farbe und den eingestrickten Blattmotiven schon fast Tarnkleidung. Gestrickt habe ich ihn aus voluminösem Mohairgarn.



Zum Einkaufen trage ich den Pullover auch einmal so, nämlich mit Rock:


Sechs-Bahnen-Rock mit schwingender, doppellagiger Saumweite von Basler.


Hier ein Blick auf das Muster, es ist ein Lochmuster mit Blättern:
















Wie ein Blatt gestrickt wird?
Ganz einfach, hier ist die Beschreibung mit Strickschrift.




Ein Blatt stricken

Anmerkung:
Das Blatt wird ausgehend von einer rechten Masche gestrickt! Das Umfeld, auf dem das Blatt gestrickt wird, sollten linke Maschen sein, also Hinreihe links, Rückreihe rechts.
Als Untergrund kann auch ein Perlmuster verwendet werden, also rechts, links im Wechsel versetzt.
Die Rückreihen werden gestrickt, wie die Maschen erscheinen (hier also links).
Nach dieser Strickschrift kann das Blatt leicht vergrößert oder verkleinert werden.

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Zeichenerklärung:
r: rechte Masche
u: Umschlag
2: 2 Maschen rechts zusammenstricken
2: 2 Maschen rechts überzogen zusammenstricken, d. h. 1. Masche rechts abheben, 2. Masche rechts stricken dann 1. Masche über 2. Masche überziehen
3: 3 Maschen rechts überzogen zusammenstricken, d. h. 1. Masche rechts abheben, 2. und 3. Masche rechts zusammenstricken dann 1. Masche über 2. Masche überziehen

Das Blatt wird, wenn man normale Wolle verwendet, plastisch hervorgehoben. Besser sichtbar wird es an diesem Beispiel:



Der Pullover hat übrigens ein Geheimnis. Kommt jemand drauf?

Was andere Bloggerinnen an Hübschem zu  zeigen haben, gibt es bei MMM Me Made Mittwoch und bei RUMS zu sehen.

Nachtrag vom 16.10.2014

Das Rätsel ist gelöst!!!!

Hilte hat den Volltreffer gelandet!
Der Pullover
ist älter als meine Kinder. Es stammt aus der Strickwelle der ersten Hälfte der 80er. 
Ich habe Ihn nach einer Vorlage der Verena gestrickt, die damals übrigens noch zum Burda-Verlag gehörte.
Ich wollte mich über die Jahrzehnte nicht von ihm trennen, weil ich das Muster so schön fand. Und ich fand, dass wir beide, der Pullover und ich, einen schönen Abschluss verdient haben, deshalb schrieb ich diesen Beitrag. Wenn auch sein Platz im Oberschrank jetzt geräumt wird, so bleiben noch die Fotos.

Gleichzeitig verabschiede ich mich auch von diesem Prachtstück mit diagonalem Muster in tollem petrol, das seinen 30. Geburtstag ebenfalls schon hinter sich hat. Die Strickvorlage stammte aus Canstanze Strickmode Herbst/Winter 1982/83.
Wenn ich mir die Fotos so betrachte, dann finde ich die Farbe und das Muster immer noch toll. Die Trennung fällt mir wirklisch schwer, schließlich hängt an jedem selbst erstellten Teil immer auch ein bisschen Herzblut.




Tschüss, ihr Hübschen!



Samstag, 11. Oktober 2014

Plaudereien über die Sixties

Zwei Dinge haben mich zu meinen Plaudereien über die Sixties bewogen:
Kommen wir zunächst zu meinem déjà vu.

Was gut ist, kommt wieder - eine Hommage an YSL


Manchmal entdecke ich an unvermuteter Stelle Kleider aus aktuellen Kollektionen, die an berühmte, d. h. oft gezeigte und viel diskutierte Kleider einer bestimmten Epoche erinnern, Kleider, die dem Trend vergangener Jahrzehnte huldigen.
In meinem Beitrag Comeback der Kleider in Op-Art im März dieses Jahres schrieb ich über Op-Art-Kleider, die zu dieser Zeit bei verschiedenen Anbietern zu haben waren. Jetzt, in diesem Herbst, ist es die Pop-Art, die ich wiederentdeckt habe.

Was ist Original und was ist Fälschung?





Das Original oben stammt von Yves Saint Laurent aus dem Jahr 1966, das Kleid darunter stammt aus der Herbst-Kollektion 2014 von bonprix.
Überrascht? Immerhin gab es in der Herbst-/Winterkollektion 2013 bereits ein von YSL inspiriertes Strickkleid, dessen Vorlage den Bildern Piet Mondrians nachempfunden war.
Betrachten wir es als Hommage an YSL. Ob er geschmeichelt wäre oder eher verärgert?

Wenig schmeichelhaft finde ich jedenfalls das Styling, mit dem für das Kleid bei bonprix geworben wird:



High heels mit Wadenwärmern / Fußballerstutzen sind für mich, die die 60er live miterlebt und den Look tagtäglich getragen hat, einfach unmöööglich! (Neusprech: Das geht ja gaanich!)
Das Umhängetäschchen passt wiederum zum Look der Sixties.
Das Styling des Originals gefällt mir wesentlich besser. Ich bin da geprägt, vorbelastet, voreingenommen, vorurteilsbehaftet.

Werfen wir einen Blick auf die Mode der Sixties allgemein.

Die "typische" Mode der Sixties ist in der 2. Hälfte der 1960er angesiedelt. Wir verbinden mit diesem Begriff die typischen kurzen Kleider in A-Linie oder Shift-Form. Figurumspielend, einfach geschnitten und sehr bequem.  Die Figur wurde lediglich durch Brustabnäher und durch leicht konturnachzeichnenden Seitennahtverlauf modelliert. Längsnähte, die den Sitz der Taille andeuteten, gab es auf der Rückseite, dadurch wurde eine zeltförmige Seitenansicht vermieden.



Daneben gab es durchaus auch leicht figurbetonte Schnitte mit in der Taille angesetztem 4-Bahnen-Rock. Im Kontrast dazu standen Swingerkleider, die mit weit ausladenden Trompetenärmeln getragen wurden.

Nun stelle ich mich auch noch dazu, im Shiftkleid mit Kettengürtel und Slingpumps (ca. 1967). Ich erinnere mich noch gut an die Farbkombination: Pinseltupfer in rosa, pink, cyclam, hellgelb, orange. Die Schuhe waren orange mit beiger Schleife. Leuchtende Farben waren typisch für diese Zeit.
So etwas wie Neonfarben gab es übrigens auch schon, sie wurden damals "Schockfarben" genannt.


Was sich unterhalb des Rocksaums zeigte

Bahnbrechend am Look der Sixties war aber nicht nur die Rocklänge, sondern auch das Darunter.
Noch bis über die Mitte der 60er trug man "drunter" Strapse und Strümpfe. Erst kurz nach dem Siegeszug des Minirocks wurden Strumpfhosen zur allgemein verfügbaren und preisgünstigen Massenware.
Farbige Strumpfhosen wurden in den späten 60ern durchaus auch getragen, jedoch wurde dabei meist ein Farbton aus dem Kleid aufgegriffen. Oder man trug "Schockfarben". z.B. Rock in magenta, Pulli in Orange und Strümpfe in grün. Toll waren auch transparent hellgrundige Strumpfhosen mit großzügigen farbigen Drucken, z. B. mit großflächigen Blumenranken, "psychedelischen" Mustern oder Schottenkaro. Ganz typisch aber waren sehr helle, transparente oder halbtransparente Strumpfhosen, die neutral, also unabhängig von der Farbe des Kleids gewählt wurden. Typische Farben waren damals, "puder" (sehr heller Farbton), "wollweiß" oder weiß. Durch die Transparenz schimmerte immer die Hautfarbe durch, sodass kein "kalkiger" Eindruck entstand. Die Beine wirkten auch weiß bestrumpft immer zartfarben, nie "angestrichen" oder "orthopädisch gewickelt". Wenn blickdichtes Strumpfmaterial verwendet wurde, dann in Verbindung mit Lochmustern. Die Farbfotos oben sind beispielhaft für die Strumpf- und Schuhmode.

Die Schuhmode in der 2. Hälfte der 60er war revolutionär, wenn man bedenkt, dass Anfang der 60er noch schmal, spitz und mit "Pfennigabsätzen" angesagt war. Der typische Schuh der Minimode war farbenfroh und lag von der Form her zwischen Ballerina und Pumps, Absatzhöhe zwischen 2,5 und 4 cm, wobei der Absatz stets in der Farbe des Oberleders bezogen war. Die Spitze war gerundet oder carreeförmig. Er erinnerte an Kinderschuhe. Damals gab es Schuhe in den herrlichsten bunten Farben. Slingpumps waren ebenfalls weit verbreitet.
Daneben gab es auch extravagante Stiefel, Overknees in Lack z. B. oder die (meist weißen, gelegentlich auch schwarzen) mittelhohen Stiefelchen mit Ausschnitten im Schaft, manchmal auch an der Spitze oder an der Ferse, die von André Courrèges inspiriert waren.

Auf dem oberen Foto des Original-YSL-Kleids trägt das Model glitzernde Strümpfe/Strumpfhosen aus Lurexfäden.  Diese Strumpfhosen wurden goldfarben, kupfer- und silberfarben angeboten. Obwohl ich mir meine silberfarbenen Lurex-Strumpfhosen wirklich von Herzen gewünscht hatte, hatte ich beim Tragen dann doch keine große Freude damit. Es fühlte sich an, als ob man Topfkratzer an den Beinen hätte. Unkontrollierte nervöse Zuckungen der Beine waren unvermeidlich. Hätte ich Härchen an den Beinen gehabt, (ich hatte keine!) dann wären sie beim Tragen der Strümpfe sicher gründlich weggeschmirgelt worden.

Zu guter Letzt

Überzeugend gelebte Interpretationen des Sixties-Style findet man z. B. bei mad for mod
Frau madformod zeigt von Kopf bis Fuß das typische Styling der 60er, oft sogar Originale aus dieser Zeit wie z. B. Courrèges-Stiefelchen, und sie posiert oft wie in den 60ern. Toll! Sogar Op-Art-Kleider sind bei ihr zu entdecken - nochmal toll!
z. B. hier als Winterkleid - toll präsentiert oder hier als Frühjahrs-/Sommerkleid.

Empfehlungen für die Motto-Party

Wer sich mit heute verfügbaren Teilen für eine Sixties-Party stylen möchte, dem empfehle ich helle Strumpfhosen, falls möglich mit Wirkmuster, in den Farben weiß oder wollweiß. Bei Schuhen rate ich von High Heels ab, näher an der Vorlage sind farbige Ballerinas oder schlichte helle Pumps mit kleinem Blockabsatz. Auch Hochschaftstiefel sind ok, wenn sie nicht zu wuchtig wirken.


DIY: Helle Strumpfhosen für den Sixties-Look

Helle, transparente Strumpfhosen sind in den Läden oft nur mit Glück zu finden. Man kann sie aus normalen Strumpfhosen jedoch leicht selbst machen. Dazu nimmt man ein altes helles Baumwoll-T-Shirt oder ein ausgedientes Herrenunterhemd vom Typ Feinripp aus Baumwolle und verwendet dieses als Säckchen für die Strumpfhose. Sie muss vom Baumwollhemd unschlossen sein, Hemd also zubinden oder zuknoten. Dann wird dieses Säckchen mit der Kochwäsche mitgewaschen. Die ursprüngliche Strumpffarbe ist danach ausgewaschen. Damals habe ich es ausprobiert - es funktionierte! Die Strumpfhosen waren entfärbt.
In den Empfehlungen von damals hieß es dann noch, man solle nach dem Trocknen einen Tropfen Speiseöl in die Strumpfhose einkneten, damit die Elastizität erhalten bleibt. Das habe ich nicht gemacht, es funktionierte trotzdem.

Eine kleine Anekdote zum Schluss (und zum Schmunzeln)

Die Lockenfrisuren, die zu den Flower-Power-Kleidern getragen wurden (Fotos oben), haben mich seinerzeit begeistert. Mit dem in den Ferien verdienten Geld zog ich als 15-Jährige los, um mir beim Friseur diese Lockenpracht zaubern zu lassen. Die Friseurin meinte, dies ginge nur mit Dauerwelle. Ich willigte ein, unbedarft wie Jugend eben ist. Dann ging's los. In jede Haarsträhne meiner langen Haarpracht wurde mit dem Messer hinein gehackt, so entstand der Stufenschnitt. Dann kam die Dauerwelle dran, die Strähnchen wurden auf kleine Wickler gedreht, die wie Hühnerknöchelchen aussahen. Und dann kamen die Chemikalien auf die Wickler ...
Die Frisur sah danach einigermaßen aus, natürlich viel zu kurz, aber das war damals bei einem Friseurbesuch nicht anders zu erwarten, die Haare waren danach immer zu kurz.
Die Freude(?) über die Frisur hielt nur kurz an. Bei auch nur leicht erhöhter Luftfeuchtigkeit bekam ich die typische Krause alter Damen. Meine Frisur erinnerte eher an Marsha Hunt (Stichwort "Afro-Look") als an einen wuscheligen Lockenkopf.
Ich fand's entsetzlich. Etwa 6 Wochen später trug ich wieder einen größeren Geldbetrag zum Friseur und ließ die Haare glätten. Dauerwelle rückwärts, also wieder Chemikalien aufs Haar, diesmal ohne die Hühnerknöchelchen. Die schlimme Krause war danach weg, aber das Haar war auch vom Ansatz bis zu den Spitzen strukturgeschädigt, mein Naturblond war ausgebleicht und scheckig.
Es dauerte viele Monate, bis der Stufenschnitt so weit herausgewachsen war, dass ich mir eine Kurzhaarfrisur im Stil der 30er-Jahre machen konnte. Und es dauerte mindestens 2 Jahre, bis das strukturgeschädigte Haar komplett herausgewachsen war und ich eine annehmbare kinnlange Frisur hatte.
Außer Spesen nichts gewesen. Das war mein erster und einziger Versuch mit Dauerwellen.
Für so manche Lebenserfahrung braucht es nur einen Versuch.


Mittwoch, 30. Juli 2014

Ahoy Sailor!

Since about 20 years it is the first time that I knitted a sweater for me. In the mean time I knitted only for my children. But although I have some experience in knitting the making of the sailor collar was new for me and I had to find out how to do it. 
You see me in two different skirts, a long one and a very long one. I'm interested in your opinion which one is better for the look. Please vote.

And here you find all the other sailors.

Über antizyklisches, experimentelles Stricken

Aus vorangegangenen Strickepidemien, die alle paar Jahrzehnte über die weibliche Bevölkerung hereinbrechen, sind bei mir Garnpakete und Wollreste übrig geblieben, die ich nun so nach und nach abbauen will. Wenn nicht jetzt, wann dann?
So kam es, dass ich jetzt im Sommer aus meinem Garnbestand einen warmen Pulli für Herbst und Winter gestrickt habe - antizyklisch gewissenmaßen.

- looking back over my shoulder -

Ich hatte 500 g "Nebraska" von Schewe (Wolle / Synthetik-Gemisch) für Nadelstärke 3,5 - 4,5 zur Verfügung. 
Was wollte ich stricken? Einen Matrosenpullover im Stil der 30er / 40er Jahre, also kurz, und mit dem typischen Matrosenkragen.
Etwas Sorge hatte ich, ob das Garn reichen würde. Lt. Herstellerangabe werden bei Gr. 40 ca. 600 g benötigt und ich hatte nur 500 g und Gr. 46. Zur Not wäre mir aber bestimmt irgend eine ringelige Lösung eingefallen. Tatsächlich sind noch 140 g übrig. Ich habe übrigens Nadelstärke 3,5 verwendet.



Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. (Allerdings habe ich mich sofort nach dem Shooting umgezogen ;-))

Ich mag den Look, der mich an die 30er /40er erinnert. Und ich finde, dass kurze Pullover auch bei etwas fülligeren Figuren recht gut aussehen.






Hier im langen 12-Bahnen Leinenrock. Welche Rocklänge ist nun besser? Die längere oder die kürzere?

Und das war der Grund für mein experimentelles Stricken:
  • Einen Matrosenkragen habe ich bisher noch nicht gestrickt. Mir war nicht ganz klar, wie ich den Kragen über die Schulter bringe, ohne dass die Ecken am Ende zipfeln. Zwar habe ich im Internet einige Hinweise gefunden, aber keine konkrete Beschreibung. Eine ältere Rebecca, in der solch ein Matrosenkragen wohl beschrieben ist, wollte ich mir nicht bestellen, also war klar, dass ich experimentieren musste.

  • Auch am Muster habe ich herumprobiert:
    Geplant (und im Vorderteil verstrickt) war zunächst dieses Muster:
    Rippenmuster bis zum Armausschnitt, in der Passe dann das Kreuzmuster. Es zeigte sich aber, dass mir das Muster für die doch recht kräftige Wolle zu voluminös war. Also habe ich alles wieder aufgezogen und mich dann für glatt rechts entschieden.
  • Experimentiert habe ich auch mit der weißen Verzierung. Dazu gab es einige Versuche, die ich aber wieder verworfen habe.




Auf meine Kragenlösung möchte ich genauer eingehen:

Wenn man den Ausschnittschlitz gerade hoch strickt, entsteht beim Umklappen zwischen Schulterabschluss und letzter Ausschnittreihe ein Dreieck (rechts zu erkennen), das ich mit verkürzten Reihen geschlossen habe (links zu sehen). Die Strecke der Maschen ist damit länger geworden. Die Anzahl der Maschen muss angeglichen werden, also habe ich nach jeder 2. Masche eine weitere Masche aus dem Querdraht gestrickt.



Nun wird das Rückenteil angenäht. Am Rückenteil hatte ich die Maschen am Halsabschluss stillgelegt, nicht abgekettet. 
Die Kragenmaschen einer Seite des Vorderteils kommen jetzt auf eine Nadel, dann die Maschen vom Halsabschluss des Rückenteils, dann die Maschen der anderen Seite des Vorderteils. Jetzt wird die Rückseite des Kragens gestrickt.

Hat jemand einen anderen Vorschlag für den Kragen?


Beim Ausschnitt des Vorderteils habe ich nur noch den Teil glatt rechts gestrickt, der bei einem V-Ausschnitt übrig bleiben würde. Was bei einem V-Ausschnitt entfällt, habe ich kraus rechts gestrickt, das ist der Teil, der später umgeklappt wird.

Man erkennt es vielleicht nicht deutlich, aber der Pullover ist auf Figur gestrickt, d. h. zur Taille hin abgenommen und dann allmählich auf OW zugenommen. 


Anschließend musste noch zusammengenäht und verziert werden.
Zur Verzierung habe ich den 4-fach Faden einfach durchgezogen und für die Schleife eine Kordel gedreht.


Fertig!

Was ich gemacht und was ich nicht gemacht habe:

  • Eine Maschenprobe:
    Auf eine Maschenprobe verzichte ich nur, wenn ich das gleiche Garn ein weiteres Mal verstricke. Verwende ich ein Garn zum ersten Mal - oder nach langer Zeit wieder - mache ich auf jeden Fall eine Maschenprobe.
  • Ich habe keinen Schnitt in Originalgröße angefertigt, sondern nur einen kleinen Schemaschnitt mit meinen genauen Maßen aufgezeichnet. Schnitte in Originalgrößen mache ich bei sehr ausgefallenen Formen.
  • Ich habe die Teile vor dem Zusammennähen nicht gespannt. Das mache ich nur bei Mustern, die stark zusammenschnurren. 
  • Ich habe die Teile bzw. den fertigen Pullover nicht gedämpft. Das schöne glatte Maschenbild kommt nach der ersten Wäsche ganz von selbst.
  • Ich habe eine Musterprobe gestrickt.
    (Hat aber nichts gebracht, weil ich mich trotzdem umentschieden und aufgezogen habe.)

    Ob andere erfahrene Strickerinnen jetzt den Kopf schütteln???

Lessons learned

Man wird so alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu!
Meine Erkenntnis aus diesem Strickprojekt war: bei Pullis, die auf Form gestrickt werden, genügt es, die Maschenzahl bis zum oder kurz unter den Brustpunkt zu erhöhen. Bis dahin soll die erforderliche Maschenzahl erreicht sein. Für die Passform ist es kein Zugewinn, wenn man die Maschenzahl noch bis kurz unter den Armausschnitt erhöht.


RUMS

Heute versuche ich, zum ersten Mal bei RUMS teilzunehmen. Hier stellen Bloggerinnen vor, was sie für sich selbst gemacht haben.

Dienstag, 15. Juli 2014

Ready for a boat trip

Ready for a boat trip! Since many years I have a boat license. The only thing I miss is the boat.

And here you find all the other sailors.

Ich experimentiere noch ein bisschen mit meinem Marinelook, denn ich will diesen weißen Rock endlich zum Einsatz bringen. Hier ein weiterer Versuch, diesmal (fast) ohne Chi-Chi:



In diesem Outfit, also mit Turnschuhen, kann ich tatsächlich aufs Boot.

Nun, ich selbst besitze kein Boot, wohl aber den Sportbootführerschein sowie den Segelschein, schon seit vielen, vielen Jahren.

Bis auf das Tüchlein (aus den 70ern) stammen alle anderen Teile aus diesem Jahr. Ich hatte sie bereits vorgestellt.



Freitag, 4. Juli 2014

Konservativ im Marinelook

Solide und gediegen

Nach der Farbenpracht meines letzten Beitrags zeige ich heute einen erz-konservativen Look. Langweilig?
Manchmal meine ich, meinem Umfeld solch einen "angemessen" zurückhaltenden Look schuldig zu sein.












Passt perfekt zur sonntäglichen Ausfahrt mit dem Boot - dann aber natürlich mit blauen, roten oder weißen Turnschuhen;-))
Jacke und Shirt von Gerry Weber aus dem Kaufhof, Rock von Peter Hahn. Alle Teile habe ich mir in diesem Jahr zugelegt, nur das Seidentüchlein stammt aus den 50ern.

Schrieb ich in meinem letzten Beitrag nicht, dass ich den Verlockungen des SALE bisher widerstehen konnte?
Ich muss völlig verdrängt haben, dass ich vor etwa 2 Wochen, es war gerade mal wieder Strickjäckchenwetter, wohl doch nicht widerstanden habe.
Gelegentlich halte ich Ausschau nach Shirts, um ein älteres Hemdchen zu ersetzen, das vielleicht schon etwas verwaschen ist und die Form eingebüßt hat. So fand ich ein neues Shirt und entdeckte auch ein farblich dazu passendes Jäckchen. Den Zuschlag bekam das Jäckchen wegen des eingestrickten Ankermotivs.


Schön in Form gestrickt: der V-Ausschnitt und die Armkugel.

Es fiel mir in letzter Zeit auf, dass Motive auf Strickjäckchen oft nur aufgedruckt sind - Punkte z. B oder Schwalben. Das ein oder andere Strick- oder Jerseyteil sieht auf den ersten Blick ganz hübsch aus, betrachte ich es aber näher, ist das Grundmaterial weiß/hell, alternativ auch schwarz, und die Punkte entstehen durch die aufgedruckte Farbe des Drumherum. Ich betrachte das als mindere Qualität, egal was das Teil kostet. Teile, die ich im Internet ausgewählt hatte, habe ich deshalb schon zurück geschickt.

Sonntag, 18. Mai 2014

Obst

... und noch eine Hose

Weil meine neue Hose von C&A so gut passt (hier vorgestellt), konnte ich nicht widerstehen und habe mir noch eine zugelegt. Diesmal hat sie einen kleinen Umschlag und muss m. E. nicht gekürzt werden. Oder?
Bei der Farbe war ich mir nicht sicher, ob sie marineblau oder schwarz ist. Aber nach den Fotos zu urteilen muss die Farbe der Hose wohl marine sein.  Jedenfalls habe ich auch alle anderen Teile auf marine abgestimmt.
Dazu gab es Obst, das auf einer Seidenbluse serviert wird. Und um diese wiederum in Form zu bringen, habe ich einen Ledergürtel verwendet, der geknotet werden muss.

Fruit ... and new trousers

I don't wear trousers very often, so I was pleased to find these that fit quiet well.
I can put my hands in the pockets which makes me feel like a lout. The trousers I combined with a silk shirt which looks like a fruit basket, and a belt which has to be knotted. 
Do I have to mention that belt and shirt are vintage?


My hairstyle was inspired by Julia Timoshenko, but my braids aren't as thick as hers.



Zu meiner Frisur hat mich Julia Timoschenko inspiriert - bei mir sind es allerdings nur dünne Zöpfchen.

Die Bluse hat seitlich Schlitzchen, sodass ich beide Hände in die Hosentaschen stecken kann.


Hier zeige ich Bluse und Gürtel noch einmal im Detail.
Muss ich erwähnen, dass Bluse und Gürtel Vintage sind?

Ich finde übrigens, dass ich die Bluse auch gut zu diesem Bahnenrock tragen kann.







Samstag, 10. Mai 2014

Sew along: blau machen - das erste Teil ist fertig

Nachtrag vom  30.05.2014

Misserfolg

Nun ist leider nur ein Teil fertig geworden, das ich bereits hier, jetzt unter Erfolgsbericht, vorgestellt habe.
Ein zweites Teil ging völlig daneben und ich versuche derzeit, zu retten, was noch zu retten ist.

Aber ich will Euch durchaus von meinem Misserfolg berichten.

Bei meinem zweiten Versuch handelte sich um diesen Stoff und den abgebildeten Schnitt aus Burda 2014/05:

Meine bisherigen Erfahrungen mit dieser Stoffart, locker gewebter Viscose-Krepp, waren nicht besonders von Erfolg gekrönt. Ich stellte fest, dass der Stoff leicht verrutscht und es mir kaum gelingt, die Schnittteile fadengerade aufeinander zu legen. Selbst wenn ich viele Stecknadeln verwende, verzieht sich der Stoff beim Zuschnitt. Deshalb hatte ich mir einen Schnitt ausgesucht mit wenigen Nähten und Abnähern.
Beim Vorwaschen stellte ich fest, dass der Stoff wegen des Blumenmusters quer verarbeitet werden muss. Alle 60 cm tauchte ein großer Strauß auf. Wegen des Verrutschens und Verziehens habe ich den Schnitt "durchgeschlagen", also die Konturen der Schnittteile mit Heftfadenschlaufen markiert. Das war schon viel Arbeit. Nach dem Zuschnitt stellte ich schon fest, dass die Armlöcher sich völlig verziehen und aus der Form geraten. Trotzdem habe ich weitergemacht, Belag an die Ausschnittkante genäht, Abnäher genäht. Die erste geheftete Anprobe zeigte schon, dass sich die Abnäher verziehen und nicht auf gleicher Höhe sitzen. Die Armlöcher hatten, obwohl gemeinsam zugeschnitten, unterschiedliche Größe und waren so aus der Form, dass sich die Ärmelchen nicht hätten einsetzen lassen.
Nach langem hin und her habe ich gestern beschlossen, aus den beiden Rockteilen für den leicht ausgestellten weiten Rock wieder fadengerade Stücke herzustellen und aus diesen vielleicht noch verwertbaren Teilen einen Rock ähnlich dem unten dargestellten Muster zu erstellen.
Schade, so habe ich viel Stoff zerschnippelt und mit den Resten ist nicht mehr viel anzufangen.

Fest steht jedenfalls, dass ich mit dieser Stoffart total auf Kriegsfuß stehe. Dumm ist nur, dass ich noch einen ähnlichen Stoff  (3 m) in dieser Art liegen habe.
Nach meiner jetztigen Einschätzung eignet sich diese Stoffart am ehesten für einen Sari, der nur gewickelt wird. :-((
Eine andere - theoretsche - Möglichkeit wäre wohl noch, alle Teile mit Vlieseline zu unterlegen, dann ließe sich dieser Stoff wohl normal verarbeiten.

So sieht das große Motiv - Rapport - aus, das alle 60 cm auftaucht.


Und nun der ältere Erfolgsbericht:

Zum Anfang eine kleine Übung zur Resteverwertung

Von diesem Stoff war ein Rest von nicht ganz 1 Meter übrig. Da ich das Material etwas "schwierig" zu verarbeiten finde, der Stoff verrutscht beim Zuschneiden und beim Versäubern schnurrt die Naht zusammen, war es für mich eine Übung zum Umgang mit diesem Stoff. Ich habe auch noch einen Blümchenstoff (3 m), aus dem ich ein Kleid nähen will, der verhält sich nämlich genauso.

 

 

Ergebnis: ein Rock in Wickeloptik

Mit dem Ergebnis, einem Rock in Wickeloptik, bin ich zufrieden:



 
Auf diesem Foto sind die Farben recht gut getroffen: Der Stoff ist blaugrau mit schilfgrün, ecru und beige. Dazu passt der blaugraue Pulli und der Silberschmuck mit Iolith-Steinen.

Der Schnitt ist denkbar einfach - ich habe nämlich keinen Schnitt verwendet.
Die Teile:
1. Rockteil in gewünschter Rocklänge + Saumzugabe + Zugabe zum Ansatz des Bunds in der Breite der Stoffbahn (ca. 140 cm)
2. Bund in Hüftweite

Das Rockteil wird zum Schlauch geschlossen. Es hat also nur eine Naht, die in die hintere Mitte kommt.
Die fertige Weite des Rocks entspricht der Hüftweite. Die überschüssige Weite, also die Differenz zwischen Bahnenbreite und Hüftweite, wird von oben her bis auf Hüfthöhe gesteppt und seitlich als Falte eingeklappt.
Anschließend wird der Bund angenäht, in den dann ein Gummiband (3 cm breit) eingezogen wird.

Fertig! Passt!