Donnerstag, 20. August 2020

Luftiges Kleid für den Hochsommer


An heißen Tagen mag ich dieses Kleid aus Hemdenstoff / Baumwollpopeline sehr. Es ist luftig und locker geschnitten, engt nirgends ein.

 

Es ist weiß mit blauen Streifen, die längs und quer verlaufen. Sie erinnern mich an ein Herrenhemd. Im Rücken hat es einen RV plus Schlitz mit Knopf - eigentlich unnötig, denn ich kann es locker über den Kopf anziehen.


Nebenbei bemerkt: Corona ist noch nicht vorbei, aber von meiner Corona-Frisur habe ich mich nun doch klar distanziert.


 Die neue Tasche passt farblich genau dazu.

 

Das Kleid war ein Schnäppchen im letztjährigen Sale. Ich habe es im Herbst entdeckt. Der Sommer war vorüber, es gab im letzten Jahr keine Gelegenheit mehr, es zu tragen. Um so mehr freue ich mich dieses Jahr darüber.


 

Interessant ist der Armausschnitt, der recht tief ausfällt. Gegen unerwünschte Einblicke ist ein Dreieck eingesetzt, das den Armausschnitt auf Normalmaß bringt. Eine gelungene Lösung.

 

 

 

Sonntag, 16. August 2020

Abstecher in den Konsumtempel

Ein Ausflug in meine Heimatstadt führte mich in einen Konsumtempel, der seit Jahrzehnten das erste Bekleidungshaus am Platze ist.


Was wollte ich da eigentlich? Meine Kleiderschränke sind gut gefüllt, ich brauche nichts. 

Einigermaßen lustlos schlenderte ich doch durch die Damenabteilungen, ließ den Blick schweifen.

Meine Augen blieben an einem Rock hängen, der in mein Beuteschema passte. Den wollte ich mir genauer ansehen. 

Glockenform und ein besonderer Stoff!

Schwarz trage ich nur zu Röcken, denn dazu kann ich (nahezu) jedes farbige Oberteil kombinieren.


Ich schaute mir das Material und die Verarbeitung genauer an. Toller Stoff, undurchsichtiges Futter. Gummibund, kein RV und Zuschnitt im geraden Fadenlauf - ungewöhnlich, denn in der Regel werden RV-lose Glockenröcke diagonal zum Fadenlauf zugeschnitten.

 
Ich schlenderte weiter ... Aber der Rock ging mir nicht aus dem Kopf. 

Also zurück und nach der Größe geschaut. - Oh, die könnte passen!
Aber nein, die Schränke sind voll! Und außerdem habe ich noch Stoffberge. Ob ich es jemals schaffe diese abzubauen?

Wieder ging ich davon, schaute mir Taschen an ... und kam zurück. Na ja, anprobieren kann ich den Rock ja mal, anprobieren heißt noch nicht kaufen. 

Dann habe ich den Rock anprobiert ... Am Kleiderständer hing ein Schild "50% Rabatt". Was ein echter Schwabe ist, lässt sich von diesem "Argument" meist überzeugen.
Also, um die Geschichte jetzt abzukürzen, der Rock kam mit - und die Tasche auch! Jawoll!

Die weiße Bluse mit den Flügelärmeln hatte ich mir letztes Jahr gekauft.



Noch ein bisschen mehr mit den Armen wedeln und ich hebe ab!
Auf jeden Fall ist die Bluse luftig und bietet volle Bewegungsfreiheit.

Hier mit neuer Seidenbluse und dem neuen Täschchen.



Die Schuhe sind ein Traum für meine geschundenen Füße.


Der Armausschnitt ist lang gezogen bis fast zum Abnäher. Ungewollte Einblicke verhindert ein eingesetztes Dreieck.

Da alles gekauft ist, soll ich die Marken nennen?
Also: Achtung Werbung - unbeauftragt und unbezahlt - durch Markennennung
Rock: Laurèl 2020
Bluse mit Flügeln: Shein 2019
Seidenbluse: Uta Raasch / Peter Hahn 2020
Tasche: Ted Baker 2020 (leider nur Plastik, kein echtes Leder - ob ich sie oft tragen werde?)
Schuhe: Ara ca. 2017 (Weite K!)

Noch interessiert an einer Anekdote aus meinem Leben?

Also - als ich Schülerin, dann Lehrling, später Studentin war, ging ich oft in dieses Edelkaufhaus. Besonders interessierte mich Kleidung aus dem gehobenen Preissegment, die ich mir jedoch meist nicht leisten konnte oder wollte. Während der Schlussverkäufe aber wurden einige Teile für mich erschwinglich. Damals fanden die Schlussverkäufe zu allgemein bekannten, festen Terminen statt. WSV - letzte Januar-Woche bis erste Februar-Woche, SSV letzte Juli- bis erste August-Woche. Die Schaufenster wurden vor dem SV verhängt, die Ware blieb dem Auge verborgen. Erst samstags nach 14 Uhr, also nachdem die Geschäfte geschlossen waren, wurden die Schaufenster freigegeben. Üblich war es, dass man an diesen Wochenenden, vorzugsweise sonntags, einen Schaufensterbummel machte und staunen durfte, zu welch günstigen Preisen die Waren angeboten wurden.
Zum WSV hatte ich einen sehr schönen schwarzen Mantel entdeckt, in hochwertiger Wollqualität. Als 15- / 16-Jährige fühlte ich mich in schwarz sehr attraktiv und erwachsen. Neben jedem Ausstellungsteil stand auf einem Schildchen die Größe, eine Nummer und in welcher Abteilung man das Kleidungsstück kaufen konnte. Pünktlich zur Geschäftsöffnung stand ich am folgenden Montag in einer Menschenansammlung am richtigen Eingang vor dem Geschäft. Ich nahm dabei in Kauf, dass ich zu spät zum Unterricht kommen würde. Das machte mir zwar ein schlechtes Gewissen, aber anders ging er nun einmal nicht, mittags wäre der Mantel bestimmt weg gewesen.
Die Türen wurden geöffnet, die Menschentraube stürmte hinein. Die Ausstellungsteile waren aus den Schaufenstern geholt worden und hingen auf Kleiderständern, die von Verkäuferinnen gehütet wurde. Ich kam relativ schnell an die Reihe, rief der Verkäuferin die Nummer meines Mantels zu, sie rief die Größe zurückt, ich rief "ja", bekam den Mantel und eilte - ohne Anprobe - zur Kasse. Dann rannte ich mit meiner Beute zur Straßenbahn, fuhr zur Schule, mogelte mich ins Gebäude und ins Klassenzimmer ... und freute mich den ganzen Tag (und darüber hinaus) über mein Schnäppchen.
Den Mantel habe ich mehrere Jahre gern getragen.

Und wo liegt nun meine Heimatstadt? Hier!

Wer erkennt sie?



Donnerstag, 6. August 2020

Auf der Suche nach der Zitrone

"Dabei kann ich wohl nicht mitmachen", dachte ich, als ich das Motto der ue30blogger las: "Lemons all over". Zitronen? Befindet sich in meinem Kleiderschrank irgend ein Teil mit Zitronenmotiv? Ich wüsste nicht. Gelb ist nicht so meine Farbe - ich bin eher der Typ für die bläulichen Untertöne.
Dann kam mir heute Morgen die Idee und ich suchte im Fotofundus. Und da war sie, die Zitrone! Auf d'blauer Seidenbluse.
Die Fotos habe ich vor einigen Jahren (2014) gemacht (mit Selbstauslöser - wie immer) . Und ja, die Bluse existiert noch (wie auch Rock und Ledergürtel), also darf ich sie wohl zeigen.

Gesucht und gefunden - die Zitrone!


Dank an die Organisatorinnen dieser Link Party, der ich mich nun anschließe.

Donnerstag, 16. Juli 2020

Draußen ist es trübe, ...

... doch bei mir regnet's Rosen! Mein Rosenrock ist fertig! Diesmal lagen zwischen Plan und Umsetzung nur wenige Tage.


Die Vorlage meines Rocks,

* Werbung - unbeauftragt und unbezahlt - durch Markennennung und Quellenangabe *
Quellenangabe: farfetch.com / Dolce & Gabbana

 "Lasst Rosen regnen", hatte ich bereits vorgestellt. Das ist das Ergebnis.










Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Die Nachahmung der Proportionen der Stufen ist mir gut gelungen. Auch der Wechsel zwischen den gelegten Falten der ersten Stufe und den eingereihten der zweiten Stufe gefällt mir gut. Das Rosenmuster hätte ich mir ähnlicher zur Vorlage gewünscht. Ich hätte mich auch durchaus für eine etwas schwerere Stoffqualität entscheiden dürfen. Die Farben sind real nicht ganz so blass wie auf den Fotos.
Nicht zufrieden war ich mit dem Futterstoff. Er franste schnell aus und die Nähte zogen sich zusammen. Ich trennte das Futter am Ende, also nachdem alles fertig war, wieder heraus. Der Rock ist jetzt ungefüttert und wird mit separatem Unterrock getragen.
Wie gesagt, ich bin zufrieden und ich werde den Rock tragen, aber ein Lieblingsrock ist er nicht, weil mich das Stoffmuster eher an Bettwäsche erinnert, als an D&G.

Ein Detail möchte ich zeigen - den Saum.
In Nähanleitungen steht bei voluminösen Säumen oft, dass umgeschlagen und gesteppt werden soll. Das mache ich nicht. Normalerweise nähe ich den Saum unsichtbar von Hand, diesmal habe ich den Blindstich meiner Maschine verwendet, die einen (fast) unsichtbaren Saum erzeugt. Der Stoff ist übrigens eine BW-Mischung.


Von außen sind die Stiche fast nicht zu sehen, von innen erkennt man den Maschinensaum.
Toll, was meine 55 Jahre alte Singer "Golden Panoramic" kann.
Ja, ich verwende dieses gute, alte Stück sehr gern. Die Maschine ist unverwüstlich.
Ich besitze noch eine Pfaff aus den frühen 90ern. Die müsste in der Wartung - und das ist mittlerweile ein Problem, denn ich müsste mit der Maschine in die Nachbarstadt. Hier bei uns finde ich keine Werkstatt.

Nachtrag vom 18.07.2020:

Heute wird ein warmer Sommertag bis zu angekündigten 30 Grad. Da passt zum Rosenrock das leichte BW-Blüschen


Und auf geht's zur nächsten Link-Party bei MMM im August.

Montag, 6. Juli 2020

Lasst Rosen regnen

* Werbung - unbeauftragt und unbezahlt - durch Markennennung und Quellenangabe *

Ich stöbere gelegentlich gern bei den ganz Großen der Bekleidungsindustrie, manchmal um einfach nur zu träumen, zu staunen, welche Ideen sie haben und manchmal auch um Anregungen zu bekommen.

Seit Frühjahr zieht es mich immer wieder auf Seiten, die Mode von Dolce & Gabbana zeigen. Vorzugsweise schaue ich bei Röcken nach, da sich Röcke in meiner Lebensrealität bestens bewährt haben. Natürlich sind es die weiten Röcke in Midilänge, die es mir angetan haben, denn Pencil Skirts haben sich bei mir schon in jüngeren (und schlankeren) Jahren als nicht alltagstauglich erwiesen.

Ein Rosenrock hat es mir besonders angetan - dieser hier: ein Rosentraum!

Quellenangabe: farfetch.com / Dolce & Gabbana



 Allein schon der Stoff gefällt mir ausnehmend gut. Fotoprint auf reiner Baumwolle.
Und wenn ich bedenke, dass ich in letzter Zeit zwei Stufenröcke fertiggestellt habe, dann ist das wohl meine neueste Lieblingsform.
Immer wieder habe ich mir die Fotos mit der Lupenfunktion angesehen und auf jedes Detail geachtet. Parallel suchte ich im Internet und bei den 4 Stoffquellen meiner Stadt nach einem ähnlichen Stoff. Im Präsenzhandel habe ich nichts auch nur annähernd ähnliches entdeckt. Die angebotenen Rosenstoffe sind zu verspielt.
Im Internet kam ich bei Dekostoffen der Sache schon näher. Ein Stoff schien mir vom Motiv her schon geeignet: auch Fotoprint auf reiner Baumwolle, sogar das Gewicht pro qm war angegeben: 200 g. 200 g? War das jetzt viel oder wenig? Eigentlich begrabbele ich Stoffe vor dem Kauf gern, nein, ich prüfe natürlich die Haptik. Ich legte meinen weißen BW-Rock auf die Küchenwaage: 220 g bei ca. 1,75 qm Stoff. 200 g pro qm sind also zu schwer, der Stoff wird wohl zu steif sein.
Dann entdeckte ich doch noch einen Kleiderstoff, der meinen Vorstellungen nahe kam und bestellte ihn. (Eigentlich wollte ich mir keine Stoffe mehr kaufen 😌.)


Mit der Lupe gesucht und gefunden - die Details des Rocks:

Fester Bund mit RV in rückwärtiger Mitte. Der RV endet etwa 2 cm unterhalb der Passe und reicht in den Bund.

Die Passe ist eingereiht.

Der Bund ist ein Formbund. In der Tradition der frühen 50er Jahre ist der Bund Richtung Hüfte um ca. 1,5 bis 2 cm verlängert, sodass die Reihung der Passe nicht in der Taille sitzt, sondern leicht unterhalb.

Ich habe die Proportionen von Passe und Stufen ausgemessen und umgerechnet auf meine geplante Gesamtlänge von 75 cm. Danach hat die Passe eine Höhe von 18, Stufe1 von 25 und Stufe 2 von 32 cm.

Stufe 1 ist in 12 Falten gelegt, nicht eingereiht.

Stufe 2 ist normal gekräuselt.
Meine geplanten Abweichungen von der Vorlage:
Ich werde keinen festen Bund nähen, sondern einen dehnbaren.  Ein fester Bund würde bei mir im Sitzen "krumpeln" und drücken. Mittlerweile geht bei mir Bequemlichkeit vor. Mit Dehnbund brauche ich auch keinen Reißverschluss. Wenn ich die Optik eines glatten Bunds trotzdem erreichen möchte, mache ich einen Stoffgürtel, der hinten mit Haken und Ösen geschlossen wird, aber das ist optional.
Von Innen habe ich die Vorlage nicht gesehen. Mein Rock wird ein weißes Futter bekommen mit Passe wie Oberstoff, dann angesetzter, diagonal zugeschnittener Glockenrock.

So, nun warte ich auf die nächste Gelegenheit, an einem großen Tisch mit dem Zuschnitt zu beginnen.








Mittwoch, 1. Juli 2020

Was lange währt ...

... wird endlich fertig!

Heute ist MMM und ich habe nur noch einige Stunden Zeit, um Fotos meines neuesten Rocks zu machen.

In den 90ern kaufte ich mir diese 3 farblich passenden Stoffe.


Daraus sollte dieser Rock werden.


Die Bahnen habe ich vor einigen Jahren zugeschnitten, aber dann blieben sie liegen.
Sind zugeschnittene Bahnen schon ein UFO?
Vor ein paar Wochen wollte ich dann endlich das Projekt zu Ende bringen. Aber mir kamen Zweifel. Wollte ich diesen Rock überhaupt noch? Passte das grafische Muster des mittleren Stoffs wirklich zu den anderen beiden? Farblich schon, aber sonst? Karos und Dreiecke zu Wellen und Kringeln?.

Ich disponierte um. Aus dem unteren Stoff ließ sich tatsächlich ein Stufenrock nähen, den ich mittlerweile sehr gern trage.
Der Stoff ist sehr transparent, hat daher ein d'blaues Futter bekommen, ebenfalls in Stufen mit identischem Umfang. Da dieser feine Synthetik-Stoff leicht ausfranst, habe ich an den Seiten der einzelnen Bahnen Kappnähte genäht.






Meine Fotos entstehen mit Stativ und Selbstauslöser und werden dann in geeigneter Größe ausgeschnitten.


Und nun reihe ich mich ein in die Folge hübscher selbst genähter Kleidung bei MMM Juli 20.

Dienstag, 30. Juni 2020

Blogparade: Mut zum Hut!

Zugegeben, eine überzeugte Hutträgerin bin ich nicht und eine mutige Hutträgerin schon garnicht. Ein Panamahut schien mir jedoch unverzichtbar. Ich habe ihn schon seit Jahrzehnten, da er aber wenig getragen wird, sieht er noch aus wie neu.
Zu meinem Gauguin-Kleid passt dieser Hut jedenfalls vortrefflich.



Das Hut-Motiv findet sich auch auf dem Stoff des Kleides wieder.

Dank an Frau Nähfreundin, die die Entstehung von Panamahüten so gut dokumentiert und reich bebildert hat.

Eher wie gewollt und nicht gekonnt 😏 war mein Versuch mit einem Fascinator Marke Eigenbau. So unnachahmlich wie Miss Kittenheel bekomme ich solch einen Look mit Fascinator nicht hin.





Baskenmützen mag ich schon seit ich etwa 15 war. Damals (1967) erschien der Film Bonnie and Clyde. Die Mode, der Look den Faye Dunaway trug, war für mich eine Offenbarung. Eine Baskenmütze musste ich unbedingt haben. Ich erstand meine erste Baskenmütze bei unserem Schüleraustausch im Elsass und war stolz auf mein echt französisches Modell.




Faye Dunaway trug ihre Mützen auch oft tief ins Gesicht gezogen. Auch meine Frisur passt zum damaligen Look, nur war Faye damals Ende 20 und ich auf diesem Foto schon über 60.
Aber von der Filmvorlage abgesehen, sieht es doch hübsch aus, im Herbst bei windigem Wetter zur Baskenmütze einen schwingenden, längeren Rock zu tragen, oben herum eingemummelt in Strick.



Auch von diesem Hut mag ich mich nicht trennen. Ich kaufte ihn mit 17 oder 18 Jahren und trug ihn damals auch, und genoss die Blicke, die er auf sich zog. Wenn ich ihn heutzutage aufsetze, freue ich mich immer noch an diesem Look.

Viel mehr Outfits mit Hut gibt es hier bei elablogt.de / elablogt.de und bei Sunny.

Danke für die Organisation dieser Ü30-Party.