Mittwoch, 2. September 2020

Recycling-Projekt zum Sommerausklang

 Gestern Nacht wurde mein Recycling-Projekt mit Resteverwertung fertig!





Letztes Jahr gehörte der gemusterte BW-Stoff noch zu einem langen Rock in A-Linie. Der Stoff hat mir gefallen, der Schnitt nicht. Also was tun? Aussortieren oder recyclen?
Ein Stück BW mit Stickerei befand sich noch in meinem Fundus. Also teilte ich den gemusterten Rock in 3 Abschnitte und verwendete diese als Passe und untere Stufe. Das BW-Futter konnte ich direkt weiter verwenden.


Mit dem Bund bin ich nicht ganz zufrieden, er ist mir zu bauschig, aber mit Gürtel geht's. Vielleicht ändere ich das noch, ersetze den Stickereistoff durch BW-Jersey.

Mit diesem Projekt wollte ich ausprobieren, wie mir ein Rock aus zwei verschiedenen Stoffen gefällt, denn ich habe noch ein Stöffchen, das mithilfe eines ergänzenden Stoffs in einen voluminösen Stufenrock verwandelt werden soll.

Oft werde ich den Rock in diesem Jahr wohl nicht mehr tragen können. Der Sommer verabschiedet sich nun wohl.
Und nun geht's schnell, schnell zu MMM.

und zu Du für dich am Donnerstag

Sonntag, 30. August 2020

Maritimes Outfit einer Landratte

Nicht immer ist der Himmel über dem Meer strahlend blau. Ich mag auch anderes Wetter (z. B. trübes).




 

Bei mir sind maritime Kombinationen Klassiker. Marineblau und weiß mit Ankern, Windrose, Steuerrädern, Seemannsknoten, Ankerketten als Motive, das Kreuz der Camargue als Schmuck ... sie kommen nie ganz aus der Mode.

In diesem Jahr kombiniere ich Möven-Motive auf dem Shirt zur maritimen Hose.




Weil mir diese Hose so gut gefiel, hatte ich mir gleich noch eine andere Variante besorgt.
Hier gibt es sie gleich noch einmal in der Farbkombination weiß-blau. Das lockere, lange Netzshirt mit Spitzensaum sieht aus, als hätten kleine Fische darin ihre glänzenden Schuppen hinterlassen.




Schon im Frühling trug ich diese Hosen gern zu Spaziergängen und Ausflügen.

Das hübsche Muster der BW-Hosen mit Elastan in nah

In das Fischernetz des Shirts sind vereinzelt kleine Pailletten eingearbeitet


 

Maritime Outfits habe ich schon früher gezeigt. Diese Aufnahmen z. B. stammen aus dem Fotofundus von 2014.

Matrosenpullover selbst gestrickt mit Bahnenrock in Leinen-Mischgewebe.

(am liebsten mag ich den Blick über die Schulter)

Marine-Strickjäckchen mit Anker und Seidentüchlein aus den 50ern oder 60ern,
hier und hier schon gezeigt



Alle gezeigten Teile befinden sich noch in meinen Schränken und werden dann und wann auch noch getragen (z. B. hier 2018 bei einem Bootsausflug).


 

Bisher zeigte ich gestylte Marine-Looks. Die Realität sieht jedoch anders aus.

Hier meine Bootskleidung aus dem echten Leben:

Ich bin eine Landratte, aber ich habe den Sportbootführerschein Binnen und den Segelschein. Wenn ich auf einem Boot bin, dann bin ich keinesfalls stylish unterwegs sondern kleide mich einfach und bequem. Die folgenden Fotos entstanden zwischen 1993 und 2003.

Bequem und praktisch finde ich Pullis, Sweatshirts, T-Shirts mit Leggings, Radlerhosen oder Jogginghosen. Jeans, besonders wenn sie "gut sitzen", sind in meiner Wahrnehmung einfach nur unbequem und kommen nicht mit aufs Boot.


Unterwegs auf Socken, man sieht's.

Meine typische Bootskleidung - durchaus gern in marineblau und mit Ringelshirt,
jedoch immer bequem, bequem, bequem!





Mit diesen Eindrücken geht's jetzt direkt zu den ue30bloggern, zur Bloggeraktion Maritim Ahoi!

Danke an die Initiatorinnen, die diese Blogparade ermöglicht haben.

Dienstag, 25. August 2020

Hach, diese Art von Röcken habe ich geliebt ...

Frau Nähfreundin hatte in ihrem Beitrag  Blick in mein Archiv August 2019  zurück geschaut in die 60er Jahre, hat in Modehefte aus Ost und West geschaut, hat Eindrücke und Erinnerungen geteilt ...

Mich hat dieser Beitrag sehr berührt, aus verschiedenen Gründen ... Ein Grund war die damalige Mode - Schottenröcke mit Faltenpartie, Faltenröcke in Schottenkaro. Auch bei mir kamen Erinnerungen auf ... Damals trug ich auch solch einen Faltenrock in Schottenkaro.

 

Das Foto entstand 1964 oder 1965, ich war also 12 oder 13 Jahre alt (wohl eher 12?) 

Meine Mutter hatte für uns genäht, Rock und Blazer für mich, Kleid und Blazer für die kleine Schwester. Blazer hießen damals übrigens "Clubjacken". Und wenn ich mich so betrachte, hat sich an meiner Frisur seit damals nicht viel geändert.

Hach, diese Art von Faltenröcken mit Schottenkaro habe ich damals geliebt ... Wie ich solch einen Rock nähen könnte, davon habe ich schon eine Vorstellung und in den Tiefen des Internet lässt sich bestimmt auch ein schönes, farbenprächtiges Schottenkaro finden in guter Tuchqualität aus reiner Schurwolle.

Danke, liebe Susan, für diese Inspiration.


 

 

Sonntag, 23. August 2020

Reif ...

 Überschnittene Schultern, angeschnittene Ärmel - in jüngeren Jahren habe ich sie als "Altweiberärmel" bespöttelt. Oft wurden sie von älteren Damen getragen, die ihre Arme nicht ganz "nackig" zeigen wollten.
In den 50ern gehörten angeschnittene Ärmel zu normaler Sommerkleidung, wurden von  Frauen jeden Alters getragen. War das Armloch hoch ausgeschnitten oder waren es gar Kleider mit schmalen Trägern, gehörte auf jeden Fall ein Bolero dazu, damit man "angezogen" war.
Heutzutage findet man überschnittene Schultern bei modernen Schnitten, oft sogar bei gekaufter Kleidung. Warum? Vielleicht weil sie so einfach zuzuschneiden und zu nähen sind und wenig Passformprobleme bereiten und damit geringe Produktionskosten? 

Nun trage ich überschnittene Schultern, bin also reif für den von mir einst so belächelten "Altweiberärmel".

Passend zu meinem Plisseerock mit Farbverlauf gibt es eine abgestimmte Seidenbluse. Damit habe ich ein sommertaugliches Outfit. 



Es ist bereits nach 19 Uhr, also schnell nach draußen um die Gelegenheit für Fotos zu nutzen.

Den Rock hatte ich bereits zu Ostern hier vorgestellt.




Donnerstag, 20. August 2020

Luftiges Kleid für den Hochsommer


An heißen Tagen mag ich dieses Kleid aus Hemdenstoff / Baumwollpopeline sehr. Es ist luftig und locker geschnitten, engt nirgends ein.

 

Es ist weiß mit blauen Streifen, die längs und quer verlaufen. Sie erinnern mich an ein Herrenhemd. Im Rücken hat es einen RV plus Schlitz mit Knopf - eigentlich unnötig, denn ich kann es locker über den Kopf anziehen.


Nebenbei bemerkt: Corona ist noch nicht vorbei, aber von meiner Corona-Frisur habe ich mich nun doch klar distanziert.


 Die neue Tasche passt farblich genau dazu.

 

Das Kleid war ein Schnäppchen im letztjährigen Sale. Ich habe es im Herbst entdeckt. Der Sommer war vorüber, es gab im letzten Jahr keine Gelegenheit mehr, es zu tragen. Um so mehr freue ich mich dieses Jahr darüber.


 

Interessant ist der Armausschnitt, der recht tief ausfällt. Gegen unerwünschte Einblicke ist ein Dreieck eingesetzt, das den Armausschnitt auf Normalmaß bringt. Eine gelungene Lösung.

 

 

 

Sonntag, 16. August 2020

Abstecher in den Konsumtempel

Ein Ausflug in meine Heimatstadt führte mich in einen Konsumtempel, der seit Jahrzehnten das erste Bekleidungshaus am Platze ist.


Was wollte ich da eigentlich? Meine Kleiderschränke sind gut gefüllt, ich brauche nichts. 

Einigermaßen lustlos schlenderte ich doch durch die Damenabteilungen, ließ den Blick schweifen.

Meine Augen blieben an einem Rock hängen, der in mein Beuteschema passte. Den wollte ich mir genauer ansehen. 

Glockenform und ein besonderer Stoff!

Schwarz trage ich nur zu Röcken, denn dazu kann ich (nahezu) jedes farbige Oberteil kombinieren.


Ich schaute mir das Material und die Verarbeitung genauer an. Toller Stoff, undurchsichtiges Futter. Gummibund, kein RV und Zuschnitt im geraden Fadenlauf - ungewöhnlich, denn in der Regel werden RV-lose Glockenröcke diagonal zum Fadenlauf zugeschnitten.

 
Ich schlenderte weiter ... Aber der Rock ging mir nicht aus dem Kopf. 

Also zurück und nach der Größe geschaut. - Oh, die könnte passen!
Aber nein, die Schränke sind voll! Und außerdem habe ich noch Stoffberge. Ob ich es jemals schaffe diese abzubauen?

Wieder ging ich davon, schaute mir Taschen an ... und kam zurück. Na ja, anprobieren kann ich den Rock ja mal, anprobieren heißt noch nicht kaufen. 

Dann habe ich den Rock anprobiert ... Am Kleiderständer hing ein Schild "50% Rabatt". Was ein echter Schwabe ist, lässt sich von diesem "Argument" meist überzeugen.
Also, um die Geschichte jetzt abzukürzen, der Rock kam mit - und die Tasche auch! Jawoll!

Die weiße Bluse mit den Flügelärmeln hatte ich mir letztes Jahr gekauft.



Noch ein bisschen mehr mit den Armen wedeln und ich hebe ab!
Auf jeden Fall ist die Bluse luftig und bietet volle Bewegungsfreiheit.

Hier mit neuer Seidenbluse und dem neuen Täschchen.



Die Schuhe sind ein Traum für meine geschundenen Füße.


Der Armausschnitt ist lang gezogen bis fast zum Abnäher. Ungewollte Einblicke verhindert ein eingesetztes Dreieck.

Da alles gekauft ist, soll ich die Marken nennen?
Also: Achtung Werbung - unbeauftragt und unbezahlt - durch Markennennung
Rock: Laurèl 2020
Bluse mit Flügeln: Shein 2019
Seidenbluse: Uta Raasch / Peter Hahn 2020
Tasche: Ted Baker 2020 (leider nur Plastik, kein echtes Leder - ob ich sie oft tragen werde?)
Schuhe: Ara ca. 2017 (Weite K!)

Noch interessiert an einer Anekdote aus meinem Leben?

Also - als ich Schülerin, dann Lehrling, später Studentin war, ging ich oft in dieses Edelkaufhaus. Besonders interessierte mich Kleidung aus dem gehobenen Preissegment, die ich mir jedoch meist nicht leisten konnte oder wollte. Während der Schlussverkäufe aber wurden einige Teile für mich erschwinglich. Damals fanden die Schlussverkäufe zu allgemein bekannten, festen Terminen statt. WSV - letzte Januar-Woche bis erste Februar-Woche, SSV letzte Juli- bis erste August-Woche. Die Schaufenster wurden vor dem SV verhängt, die Ware blieb dem Auge verborgen. Erst samstags nach 14 Uhr, also nachdem die Geschäfte geschlossen waren, wurden die Schaufenster freigegeben. Üblich war es, dass man an diesen Wochenenden, vorzugsweise sonntags, einen Schaufensterbummel machte und staunen durfte, zu welch günstigen Preisen die Waren angeboten wurden.
Zum WSV hatte ich einen sehr schönen schwarzen Mantel entdeckt, in hochwertiger Wollqualität. Als 15- / 16-Jährige fühlte ich mich in schwarz sehr attraktiv und erwachsen. Neben jedem Ausstellungsteil stand auf einem Schildchen die Größe, eine Nummer und in welcher Abteilung man das Kleidungsstück kaufen konnte. Pünktlich zur Geschäftsöffnung stand ich am folgenden Montag in einer Menschenansammlung am richtigen Eingang vor dem Geschäft. Ich nahm dabei in Kauf, dass ich zu spät zum Unterricht kommen würde. Das machte mir zwar ein schlechtes Gewissen, aber anders ging er nun einmal nicht, mittags wäre der Mantel bestimmt weg gewesen.
Die Türen wurden geöffnet, die Menschentraube stürmte hinein. Die Ausstellungsteile waren aus den Schaufenstern geholt worden und hingen auf Kleiderständern, die von Verkäuferinnen gehütet wurde. Ich kam relativ schnell an die Reihe, rief der Verkäuferin die Nummer meines Mantels zu, sie rief die Größe zurückt, ich rief "ja", bekam den Mantel und eilte - ohne Anprobe - zur Kasse. Dann rannte ich mit meiner Beute zur Straßenbahn, fuhr zur Schule, mogelte mich ins Gebäude und ins Klassenzimmer ... und freute mich den ganzen Tag (und darüber hinaus) über mein Schnäppchen.
Den Mantel habe ich mehrere Jahre gern getragen.

Und wo liegt nun meine Heimatstadt? Hier!

Wer erkennt sie?